
Runde Löcher, rieselndes Bohrmehl.
Aktiver oder alter Befall?
Feuchtigkeit ist die eigentliche Ursache.
Vermittlung an einen befugten Fachbetrieb.
Notdienst
Methoden
Technik
Fachpersonal
Holzwurm ist die Larve des Gemeinen Nagekäfers. Sie hinterlässt runde Ausfluglöcher von 1 bis 2 Millimetern und feines, rieselndes Bohrmehl. Der Befall bleibt nur bei einer Holzfeuchte über 10 Prozent aktiv. Behandelt wird über Heißluft, Begasung oder Tränkverfahren, nach Beseitigung der Feuchteursache.
Zwei Arten verursachen die meisten Schäden: der Gemeine Nagekäfer (Anobium punctatum) mit runden Löchern von 1 bis 2 Millimetern und der Hausbock (Hylotrupes bajulus) mit ovalen Löchern von 5 bis 10 Millimetern. Der Hausbock befällt ausschließlich Nadelholz und gefährdet tragende Bauteile im Dachstuhl. Vor jeder Behandlung stehen zwei Fragen: Ist der Befall noch aktiv, und woher kommt die Feuchtigkeit im Holz.
Drei Zeichen belegen einen Befall: runde oder ovale Ausfluglöcher im Holz, Bohrmehl unter dem Bauteil und knirschende Fraßgeräusche in warmen Sommernächten. Die Larve selbst bleibt im Holz und wird nur beim Öffnen sichtbar.
Ausfluglöcher entstehen erst am Ende der Entwicklung. Der fertige Käfer nagt sich nach außen, die Larve frisst dagegen jahrelang im Inneren, ohne Spuren an der Oberfläche zu hinterlassen. Ein frisch entdecktes Loch bedeutet deshalb, dass der Befall bereits 3 bis 6 Jahre alt ist.
Bohrmehl ist die aussagekräftigste Spur. Es besteht aus Holzspänen und Kotpartikeln und rieselt aus den Löchern auf darunterliegende Flächen. Beim Gemeinen Nagekäfer ist es fein und sandig mit linsenförmigen Partikeln, beim Hausbock gröber mit walzenförmigen Kotstücken, beim Splintholzkäfer staubfein wie Puder.
Fraßgeräusche treten bei größeren Larven auf. Hausbocklarven werden bis 30 Millimeter lang und erzeugen in warmen Sommernächten ein hörbares Knirschen im Dachstuhl. Der Bunte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) erzeugt ein rhythmisches Klopfen, das ihm den Namen Totenuhr eingetragen hat.
Fortgeschrittener Befall verändert das Bauteil. Die Oberfläche wird wellig, Kanten brechen aus, das Holz klingt hohl und lässt sich eindrücken. Der Splint ist dann weitgehend zerstört.
Die Form des Ausflugloches entscheidet. Der Gemeine Nagekäfer hinterlässt runde Löcher von 1 bis 2 Millimetern, der Hausbock ovale Löcher von 5 bis 10 Millimetern. Der Hausbock befällt ausschließlich Nadelholz und richtet den weit größeren Schaden an.
Der Gemeine Nagekäfer (Anobium punctatum) ist 2,5 bis 5 Millimeter lang, walzenförmig und braun, mit kapuzenartig vorgezogenem Halsschild. Seine Larve frisst 3 bis 5 Jahre im Splintholz von Laub- und Nadelholz. Betroffen sind Möbel, Dielen, Treppen, Balken, Fensterstöcke und Dachlatten in ungeheizten oder feuchten Räumen.
Der Hausbock (Hylotrupes bajulus) erreicht 8 bis 25 Millimeter und trägt zwei helle Flecken auf den Flügeldecken. Seine Larve entwickelt sich 3 bis 6 Jahre, bei ungünstigen Bedingungen deutlich länger, und frisst ausschließlich im Splintholz von Fichte, Tanne und Kiefer. Ihr Temperaturoptimum liegt bei 28 bis 30 Grad Celsius, weshalb besonnte Dachstühle bevorzugt befallen werden.
Zwei weitere Arten treten seltener auf. Der Bunte Nagekäfer besiedelt feuchtes, bereits pilzgeschädigtes Laubholz, vor allem Eiche, und hinterlässt Löcher von 2 bis 4 Millimetern. Splintholzkäfer der Gattung Lyctus befallen stärkereiches Laubholz wie Eiche und Esche, häufig an Parkett, Furnier und Möbeln.
Die Artbestimmung steuert das Verfahren, weil beim Hausbock die Tragfähigkeit des Bauteils zur Frage wird.
Aktiver Befall zeigt helles, scharfkantiges Bohrmehl, das nach dem Reinigen erneut nachrieselt. Alter Befall hinterlässt dunkle, verstaubte Löcher ohne frisches Mehl. Die Prüfung läuft über vier bis acht Wochen in der Flugzeit von Mai bis August.
Der Test beginnt mit Reinigung. Das Bauteil wird abgesaugt, alle sichtbaren Löcher mit Bleistift umkreist und ein Bogen Papier oder eine helle Folie darunter gelegt. Anschließend bleibt die Stelle vier bis acht Wochen unberührt. Neues Bohrmehl auf dem Papier oder ein nicht markiertes Loch belegen aktiven Befall.
Die Farbe des Mehls liefert einen zweiten Hinweis. Frisches Bohrmehl ist hell wie das Holzinnere und rieselt lose. Altes Mehl ist nachgedunkelt, verklumpt und mit Staub vermischt. Auch der Rand eines frischen Ausflugloches unterscheidet sich: Er ist hell, scharfkantig und ohne Verfärbung.
Der Prüfzeitraum hängt an der Flugzeit. Der Gemeine Nagekäfer schwärmt von Mai bis August, der Hausbock von Juni bis August. Ein Test im Winter liefert deshalb kein belastbares Ergebnis, weil in dieser Zeit keine Käfer ausschlüpfen und kein frisches Mehl entsteht.
Alte Löcher ohne aktiven Befall bleiben ohne Behandlung. Übermalte, verkittete oder verstaubte Löcher in einem trockenen, beheizten Wohnraum stammen häufig aus der Zeit vor dem Einbau oder aus einer Phase mit höherer Holzfeuchte. Entscheidend bleibt die aktuelle Holzfeuchte, nicht die Zahl der Löcher.






Holzwurmlarven brauchen eine Holzfeuchte über 10 Prozent, ihr Optimum liegt bei etwa 30 Prozent. Beheizte Wohnräume halten das Holz bei 8 bis 10 Prozent, wodurch der Befall zum Erliegen kommt. Jede Behandlung ohne Trockenlegung scheitert deshalb langfristig.
Die Holzfeuchte ist der Grenzwert des Befalls. Unter 10 Prozent entwickeln sich die Larven des Gemeinen Nagekäfers nicht weiter. Zwischen 15 und 30 Prozent läuft die Entwicklung am schnellsten. Ein Messgerät mit Einstechelektroden liefert diesen Wert in wenigen Minuten und ist damit das erste Werkzeug jeder Befundaufnahme.
Die Feuchtequellen sind baulich und benennbar. Häufig sind ein undichtes Dach, eine defekte Verblechung, Kondensat an Kältebrücken im ausgebauten Dachgeschoss, aufsteigende Feuchte im Kellermauerwerk, ein Wasserschaden und mangelnde Lüftung in Kellerabteilen. In Wiener Gründerzeithäusern kommen Balkenköpfe dazu, die im feuchten Außenmauerwerk aufliegen.
Aus der Feuchte folgt oft ein zweiter Schaden. Ab etwa 20 Prozent Holzfeuchte wächst holzzerstörender Pilz, der die Substanz schneller schwächt als jede Larve. Der Echte Hausschwamm ist dabei der folgenschwerste Fall.
Die Reihenfolge der Sanierung steht damit fest. Zuerst wird die Feuchtequelle beseitigt und das Holz auf unter 12 Prozent getrocknet, dann folgt die Bekämpfung des Insektenbefalls, zuletzt die statische Instandsetzung. Eine Behandlung im noch feuchten Bauteil führt zum Wiederbefall innerhalb weniger Jahre.
Vier Verfahren kommen infrage: das Heißluftverfahren mit 55 Grad Celsius Kerntemperatur, die Begasung durch einen befugten Betrieb, die Bohrlochtränkung mit Holzschutzmittel und wirkstofffreie Verfahren wie Stickstoffbehandlung oder Einfrieren für Möbel.
Das Heißluftverfahren erwärmt den Bauteil, nicht die Oberfläche. Der Raum wird so aufgeheizt, dass im Holzkern mindestens 55 Grad Celsius über eine Stunde anliegen, gemessen mit Kernfühlern im dicksten Querschnitt. Das Verfahren arbeitet ohne Wirkstoff und erfasst alle Stadien. Vor der Behandlung werden Kunststoffe, Elektronik, Kerzen und wärmeempfindliche Einbauten ausgeräumt.
Die Begasung erfasst ganze Gebäude oder Einzelobjekte. Das Objekt wird gasdicht eingehaust, das Mittel eingebracht und nach der Einwirkzeit kontrolliert abgelüftet. Das Verfahren wirkt gegen Eier, Larven, Puppen und Käfer, hinterlässt jedoch keinen Langzeitschutz.
Tränkverfahren verbinden Bekämpfung mit Vorbeugung. Beim Bohrlochtränkverfahren werden Bohrungen in einem festen Raster gesetzt und Holzschutzmittel eingebracht, das sich in den Fasern verteilt. Zugängliche Oberflächen werden zusätzlich gestrichen oder gespritzt. Dieses Vorgehen eignet sich für tragende Bauteile, die nach der Sanierung dauerhaft geschützt bleiben.
Für Möbel und Sammlungsstücke gelten eigene Verfahren. Stickstoffbehandlung verdrängt den Sauerstoff im eingehausten Objekt über mehrere Wochen, Einfrieren bei minus 20 bis minus 30 Grad Celsius wirkt schneller. Beide Wege schonen Furniere, Leimfugen und Fassungen.
Begasungsmittel gehören zu den am strengsten regulierten Biozidprodukten. Die Anwendung ist ausschließlich Betrieben mit entsprechender Befähigung erlaubt und behördlich anzuzeigen. Das Gebäude wird für die gesamte Einwirk- und Lüftungszeit geräumt und abgesperrt, angrenzende Einheiten werden einbezogen. Eine Eigenanwendung von Begasungsmitteln ist unzulässig und lebensgefährlich. Auch Holzschutzmittel in Innenräumen unterliegen Zulassungsauflagen zu Anwendungsort und Verarbeitung.
Ein Statiker wird nötig, sobald tragende Bauteile betroffen sind: Sparren, Pfetten, Balkenköpfe und Deckenträger mit hohlem Klang, weichem Splint oder Hausbockbefall. Er bewertet die verbleibende Tragfähigkeit und legt Austausch oder Verstärkung fest.
Der Hausbock ist der kritische Fall. Seine Larve zerstört das Splintholz großflächig und hinterlässt Bauteile, deren Querschnitt äußerlich intakt wirkt, innen aber weitgehend ausgehöhlt ist. Bei Sparren, Pfetten und Deckenbalken führt das zu einem messbaren Verlust an Tragfähigkeit.
Die Prüfung erfolgt mit Sondierung und Messung. Ein Fachplaner öffnet verdächtige Stellen mit dem Stechbeitel, prüft mit Bohrwiderstandsmessung den Restquerschnitt und bewertet Auflager, Balkenköpfe und Anschlusspunkte. Balkenköpfe im Außenmauerwerk sind in Gründerzeithäusern die häufigste Schadstelle, weil sie Feuchte aus der Wand aufnehmen.
Für Dachgeschossausbauten ist der Befund Voraussetzung. Vor jedem Ausbau in einem Wiener Altbau wird der Dachstuhl auf Insekten- und Pilzbefall untersucht, weil neue Lasten auf vorhandene Bauteile treffen.
Die Vermittlung an einen befugten Fachbetrieb läuft über das Anfrageformular oder telefonisch unter 01 442 00 86. Hilfreich sind Angaben zu Bezirk, betroffenem Bauteil, Lochgröße, Alter des Gebäudes und ob frisches Bohrmehl vorliegt. Der Aufwand wird nach der Befundaufnahme vor Ort festgelegt, nicht am Telefon.
Der häufigste Irrtum betrifft die Zahl der Löcher. Ein Balken mit 200 alten, dunklen Löchern in einem trockenen, beheizten Dachgeschoss ist unkritisch, ein Balken mit drei frischen Löchern und rieselndem Bohrmehl in einem feuchten Keller ist ein akuter Fall. Die zweite regelmäßige Verwechslung: Speckkäferlarven bohren sich zur Verpuppung in Holz, Dämmstoff und Styropor und hinterlassen dabei Löcher, die einem Holzwurmbefall ähneln. Der Unterschied liegt im Bohrmehl. Beim Holzwurm rieselt es, beim Speckkäfer fehlt es, dafür liegen borstige Häutungshäute in der Nähe.

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Bei Holzschädlingen entscheidet die Diagnose über die Kosten, nicht das Bekämpfungsverfahren. Drei Feststellungen bringen die Sache voran: die Art anhand der Lochform, der Aktivitätsnachweis über vier bis acht Wochen in der Flugzeit und die Holzfeuchtemessung. Wer diese drei Werte hat, weiß, ob überhaupt behandelt wird und mit welchem Verfahren. Ohne sie wird regelmäßig ein alter Befall in einem trockenen Dachgeschoss teuer begast. Der zweite Punkt betrifft die Reihenfolge: Feuchtequelle zuerst, dann Insektenbekämpfung, dann Statik. In Wiener Gründerzeithäusern sitzt die Ursache besonders oft am Balkenkopf im Außenmauerwerk, also an einer Stelle, die man von unten nicht sieht.
Sie brauchen Hilfe? Über das Anfrageformular weiter unten melden Sie Ihr Anliegen in sieben kurzen Schritten, danach meldet sich ein befugter Fachbetrieb aus Ihrer Umgebung.
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Holzwurmlarven und die zugehörigen Käfer stechen nicht, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. Die Gefahr geht vom Bauschaden aus: Bei Befall tragender Bauteile sinkt die Tragfähigkeit von Sparren, Balken und Treppen. Gesundheitlich relevant sind eher die Verfahren selbst.
Zwiebelsaft und Essig erreichen die Larve tief im Holz nicht und beschädigen die Oberfläche. Ein einfacher Heizlüfter erwärmt die Raumluft, aber nicht den Holzkern auf die nötigen 55 Grad Celsius über eine Stunde. Wirksam sind kontrollierte Heißluft, Begasung, Tränkverfahren, Stickstoff oder Tiefkühlung.
Kleine Möbelstücke lassen sich einfrieren: mindestens 14 Tage bei minus 20 Grad Celsius in dichter Folie, mit langsamem Auftauen zur Vermeidung von Kondenswasser. Antiquitäten mit Fassung, Furnier oder Leimfugen gehören in die Stickstoffbehandlung. Große Möbel und Einbauten werden im Raum über Heißluft behandelt.
Austausch ist erst nötig, wenn der tragfähige Restquerschnitt nicht mehr ausreicht. Viele alte Löcher in trockenem, beheiztem Holz sind ohne Bedeutung. Entscheidend sind Aktivitätsnachweis, Holzfeuchte und Sondierung. Häufig genügen Balkenkopfsanierung oder Laschen.
Betrifft der Befall Dachstuhl, Decken, Treppen oder Balkenköpfe, gehört er zum Allgemeingut und damit in die Zuständigkeit der Hausverwaltung oder Eigentümergemeinschaft. Befallene Möbel und Einbauten in der Wohnung trägt die betroffene Partei. Der schriftliche Befund des Fachbetriebs bildet die Grundlage für die Zuordnung.
Stand der Recherche: Juli 2026. Diese Darstellung ersetzt keine Rechtsberatung.
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