
Die Larven sitzen im Rohr.
Nicht im Raum.
Reinigung schlägt Insektizid.
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Notdienst
Methoden
Technik
Fachpersonal
Abflussfliegen entwickeln sich im Biofilm des Siphons, nicht im Wasser darunter. Solange dieser Belag im Rohr sitzt, schlüpfen alle paar Tage neue Tiere. Kochendes Wasser und Rohrreiniger erreichen die Schicht nur teilweise. Wirksam ist mechanische Reinigung von Siphon, Überlauf und Rohrende, danach eine Kontrolle nach zwei Wochen.
Die pelzigen Tiere an der Fliese über dem Waschbecken sind Schmetterlingsmücken, in Wohnungen meist Clogmia albipunctata. Sie werden 2 bis 5 Millimeter groß, tragen herzförmige, dicht behaarte Flügel und fliegen kurz und taumelnd. Ihre Larven leben im gallertigen Belag an der Rohrwand, im Überlauf des Waschbeckens und in Bodeneinläufen. Die Bekämpfung besteht aus Reinigung, nicht aus Insektiziden. Danach folgt eine zweite Kontrolle, weil Puppen die erste Runde überstehen.
Abflussfliegen sind Schmetterlingsmücken aus der Familie Psychodidae, in Wohnungen meist Clogmia albipunctata. Sie werden 2 bis 5 Millimeter groß, sind grau bis bräunlich und dicht behaart. Die Flügel liegen dachförmig über dem Körper und wirken dadurch herzförmig.
Das Verhalten ist so kennzeichnend wie das Aussehen. Die Tiere sitzen tagsüber bewegungslos an Fliesen, am Spiegel oder an der Wand über dem Abfluss. Bei Störung fliegen sie ein kurzes Stück, taumeln und setzen sich wieder. Weite Strecken legen sie nicht zurück, deshalb sitzt die Quelle fast immer im selben Raum.
Verwechselt werden sie regelmäßig mit Fruchtfliegen. Fruchtfliegen sind schlanker, gelbbraun, haben rote Augen und schwirren aktiv um Obst und Leergut. Abflussfliegen wirken pelzig, grau und träge. Wer die Tiere über der Obstschale antrifft, hat Fruchtfliegen vor sich; wer sie an der Fliese über dem Ablauf sieht, hat Abflussfliegen.
Ein dritter Kandidat sind Trauermücken aus Blumenerde: dunkel, schlank, mückenartig, mit langen Beinen. Diese drei Arten verlangen drei verschiedene Maßnahmen, deshalb steht die Bestimmung am Anfang. Eine Nahaufnahme mit dem Handy reicht dafür in der Regel aus.
Im Siphon und an der Rohrwand bildet sich ein Biofilm, also eine gallertige Schicht aus Fett, Seifenresten, Haaren und Mikroorganismen. Genau darin fressen die Larven. Ein Weibchen legt seine Eier direkt in diesen Belag, und aus jedem Gelege entstehen mehrere Dutzend Tiere.
Die Entwicklung dauert je nach Temperatur zwei bis drei Wochen. Ei, Larve, Puppe und fertige Mücke folgen dicht aufeinander, die erwachsenen Tiere leben rund zwei Wochen. Weil im Rohr dauerhaft Wärme und Nahrung vorhanden sind, läuft dieser Zyklus das ganze Jahr über, auch im Winter.
Die Larven sind an ihren Lebensraum angepasst. Sie halten sich in der dünnen Zone zwischen Wasser und Luft auf, atmen über ein Atemrohr am Körperende und vertragen kurze Trockenphasen ebenso wie kurze Spülstöße. Ein Schwall Wasser spült sie nicht weg.
Übersehen wird meist der Überlauf. Das kleine Loch am oberen Rand von Waschbecken und Badewanne führt in einen eigenen Kanal, der nie mit dem vollen Wasserstrom durchspült wird. Dort sitzt der dickste Belag. In Wohnungen ist der Überlauf die häufigste Brutstätte nach dem Siphon selbst.
Beide wirken zu kurz und erreichen zu wenig Fläche. Kochendes Wasser kühlt im Rohr rasch ab und trifft den Belag oberhalb der Wasserlinie kaum. Rohrreiniger fließen durch und lösen den Film nur teilweise. Zurück bleibt genug Substanz für die nächste Generation.
Der Biofilm haftet zäh an der Rohrwand und wächst binnen weniger Tage nach. Erreicht ein Mittel nur die Wasseroberfläche, bleiben Larven und Puppen im Bereich darüber unversehrt. Deshalb sinkt die Zahl der Tiere nach einer Behandlung kurz und steigt nach einer Woche wieder an.
Kochendes Wasser hat zusätzlich einen praktischen Nachteil. Kunststoffrohre und geklebte Verbindungen vertragen wiederholte Hitzegüsse schlecht, bei Siphons aus Kunststoff verformen sich Dichtungen. In Altbauten mit alten Rohrübergängen ist von solchen Versuchen abzusehen.
Insektizidsprays gegen die fliegenden Tiere ändern nichts an der Ursache. Sie treffen die sichtbaren Mücken, nicht die Larven im Rohr, und belasten Bad und Küche mit Wirkstoff. Als kurzfristige Entlastung bei sehr starkem Auftreten haben sie einen Platz, und auch dann nur zusätzlich zur Reinigung.
Chemische Rohrreiniger nie mischen. Alkalische Mittel auf Natronlaugebasis und säurehaltige Produkte reagieren miteinander, dabei entstehen Hitze und Dämpfe. Reste im Siphon führen außerdem zu Spritzern beim Öffnen der Verschraubung. Wer den Siphon mechanisch reinigt, arbeitet vorher ohne Chemie, trägt Handschuhe und stellt einen Kübel unter. Bei Bodeneinläufen mit Rückstauverschluss und bei Gemeinschaftsleitungen im Haus gehört die Hausverwaltung eingebunden, weil Eingriffe dort über die eigene Wohnung hinausreichen.






Mechanisch und in einem Durchgang: Siphon abschrauben, Inhalt entleeren, die Innenwand mit einer Bürste abschrubben, den Überlauf mit einer schmalen Bürste durcharbeiten, danach mit heißem Wasser und Spülmittel nachspülen. Zwei Wochen später folgt die Kontrolle mit Klebeband.
Das Werkzeug ist überschaubar: Flaschenbürste, schmale Bürste für den Überlauf, Kübel, Handschuhe und ein Lappen. Der Siphon unter dem Waschbecken lässt sich in der Regel von Hand aufdrehen. Der Belag im Inneren fällt sofort auf, er ist grau bis schwarz und schmierig.
Der Überlauf verlangt eigene Aufmerksamkeit. Führen Sie die schmale Bürste in die Öffnung ein und arbeiten Sie den Kanal so weit wie möglich durch, danach spülen Sie mit heißem Wasser und einem Schuss Spülmittel nach. Das Spülmittel löst den Fettanteil und benetzt die Wand länger als reines Wasser.
Enzymatische Rohrreiniger auf Basis von Bakterien und Enzymen bauen den Restbelag über Tage ab und eignen sich zur Nachsorge. Die mechanische Runde ersetzen sie nicht, sie halten das Rohr danach aber länger sauber. Die Anwendung erfolgt abends, wenn der Abfluss über Nacht ungenutzt bleibt.
Die zweite Kontrolle entscheidet über den Erfolg. Puppen überstehen die erste Reinigung häufig. Kleben Sie zehn bis vierzehn Tage später über Nacht Klebeband über den Ablauf. Bleibt es leer, ist die Sache erledigt. Sitzen Tiere darunter, wiederholen Sie die Reinigung und prüfen Sie weitere Abläufe im Raum.
In Wiener Bädern liegt die Quelle häufig nicht dort, wo die Tiere sitzen. Typische Fundstellen sind der Bodenablauf der Dusche, das Standrohr der Waschmaschine, ein stillgelegter Anschluss hinter der Verkleidung und der Überlauf der Badewanne, an den man ohne Revisionsklappe nicht herankommt. Wer nach der Reinigung des Waschbeckensiphons weiter Tiere sieht, prüft diese vier Stellen der Reihe nach mit Klebeband über der Öffnung. Jene Stelle, unter der am Morgen Tiere kleben, ist die aktive Brutstätte.
Selten benutzte Abläufe trocknen aus. Der Geruchsverschluss, also das Wasser im Siphon, verdunstet nach zwei bis vier Wochen ohne Nutzung. Danach steht der Weg aus dem Kanal offen, und Abflussfliegen gelangen samt Gerüchen in den Raum.
Betroffen sind Waschküche, Gästebad, Kellerabgang, Garage und Wohnungen, die zeitweise leer stehen. Das einfachste Gegenmittel ist ein Liter Wasser pro Ablauf im Monatsabstand. Ein Schuss Speiseöl obenauf verlangsamt das Verdunsten, weil der Ölfilm die Wasseroberfläche abdeckt.
Bodeneinläufe im Keller sind ein Sonderfall. Über dem Ablauf liegt ein Gitterrost, darunter ein Schlammfang, in dem sich Sediment und Belag sammeln. Dieser Bereich gehört ausgehoben, entleert und ausgebürstet. Bei Einläufen mit Rückstauverschluss übernimmt das in Wohnhäusern die Hausverwaltung.
Für dauerhaft ungenutzte Abläufe gibt es Membraneinsätze. Diese Trockensiphons öffnen sich beim Wasserdurchlauf und schließen danach selbsttätig, sie ersetzen also das Sperrwasser. In Kellern mit Kanalanschluss ist zusätzlich der Zustand des Rückstauverschlusses zu prüfen, weil ein defekter Verschluss neben Insekten auch Rückstau zulässt.
Ein Fachbetrieb ist gefragt, sobald der Befall aus Leitungen kommt, die mehreren Nutzern gehören, oder aus Anlagen, die sich nicht öffnen lassen. Das betrifft Großküchen mit Bodenrinnen, Fettabscheider, Hotelbäder, Sanitäranlagen in Betrieben und die Fallstränge von Wohnhäusern.
Der Fallstrang ist die senkrechte Abwasserleitung, die alle Geschosse eines Hauses verbindet. Tritt der Befall in mehreren übereinander liegenden Wohnungen auf, liegt die Quelle in diesem Strang oder in einer gemeinsamen Sammelleitung im Keller. Eine Reinigung in der einzelnen Wohnung bringt dann nichts.
In der Gastronomie sind Bodenrinnen und der Fettabscheider die Dauerquellen. Beide führen ständig Fett und organische Reste, beide werden selten vollständig gereinigt. Ein Fachbetrieb kombiniert dort Reinigung, Monitoring mit Klebefallen und eine Abstimmung mit dem Reinigungsplan des Betriebs. Dokumentiert wird das in der Eigenkontrolle nach HACCP, also dem verpflichtenden Hygienesystem für Lebensmittelbetriebe.
In Kliniken, Pflegeheimen und Ordinationen wird die Art aufmerksam beobachtet. Die Larven leben im Abwasserfilm, die erwachsenen Tiere sitzen danach auf Oberflächen, weshalb sie als mechanische Keimverschlepper gelten. Wir vermitteln unter 01 442 00 86 einen befugten Fachbetrieb, der Abläufe, Rinnen und Schächte systematisch abarbeitet.

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Abflussfliegen sind ein Reinigungsthema, das häufig als Schädlingsthema behandelt wird. Wer Spray kauft, bekämpft das Symptom und wiederholt das alle zwei Wochen. Wer eine halbe Stunde in Siphon und Überlauf investiert, ist das Problem los. Der einzige Punkt, an dem es im Haushalt kippt, ist die Erreichbarkeit: Duschabläufe unter dem Estrich, Badewannen ohne Revisionsklappe und Standrohre hinter Einbaumöbeln lassen sich ohne Demontage nicht sauber machen. Dort ist eine Beauftragung sinnvoll, in der Regel zuerst beim Installateur und erst danach bei einem Schädlingsfachbetrieb, wenn der Befall über mehrere Wohnungen läuft. In Gewerbebetrieben ändert sich die Rechnung. Bodenrinnen und Fettabscheider erzeugen so viel Nachschub, dass eine Einzelaktion nicht trägt. Dort hält nur ein festes Reinigungsintervall mit Nachkontrolle.
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Sie stechen nicht und beißen nicht. Weil die Larven im Abwasserfilm leben und die erwachsenen Tiere danach auf Oberflächen sitzen, gelten sie als mechanische Keimverschlepper. In Küche, Bad und in Betrieben mit offener Ware ist das ein Hygienethema. Unmittelbar bedrohlich ist ein Befall in der Wohnung nicht.
Die sichtbaren Tiere sterben binnen zwei Wochen ab, länger leben sie nicht. Entscheidend ist, dass keine neuen nachkommen. Puppen im Restbelag schlüpfen noch bis zu zehn Tage nach der Reinigung. Erst wenn zwei Wochen später der Klebebandtest leer bleibt, ist die Brutstätte beseitigt.
Bei intaktem Geruchsverschluss nicht. Das Wasser im Siphon trennt Wohnung und Kanal voneinander. Trocknet der Siphon aus, weil ein Ablauf wochenlang ungenutzt bleibt, steht der Weg offen. Ein Liter Wasser pro Monat in jeden selten genutzten Ablauf verhindert das zuverlässig und kostet nichts.
Die Mischung schäumt und löst leichte Ablagerungen, den zähen Biofilm an der Rohrwand entfernt sie nicht. Als alleinige Maßnahme reicht sie deshalb nicht. Sinnvoll ist diese Reihenfolge: erst mechanisch bürsten, dann heißes Wasser mit Spülmittel, danach wahlweise ein enzymatisches Mittel zur Nachsorge.
Dann liegt die Quelle in einer gemeinsamen Leitung: Fallstrang, Sammelleitung im Keller oder ein Bodeneinlauf im Waschraum. Informieren Sie die Hausverwaltung, weil Eingriffe an diesen Leitungen nicht Sache der einzelnen Wohnung sind. Sinnvoll ist eine Reinigung aller Kellerabläufe im selben Durchgang.
Stand der Recherche: Juli 2026. Diese Darstellung ersetzt keine Rechtsberatung.
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