
Brotkäfer, Kornkäfer, Reiskäfer, Mehlkäfer.
Dörrobstmotte und Mehlmotte im Vergleich.
Herd finden statt nur wegwerfen.
Vermittlung an einen befugten Fachbetrieb.
Notdienst
Methoden
Technik
Fachpersonal
Sechs Arten verursachen die meisten Vorratsschäden im Haushalt: Brotkäfer, Kornkäfer, Reiskäfer, Mehlkäfer, Dörrobstmotte und Mehlmotte. Die Bestimmung läuft über Größe, Körperform und befallenes Produkt. Entscheidend ist danach die Suche nach dem Herd, denn Eier und Puppen sitzen außerhalb der Packung.
Käfer im Vorratsschrank lassen sich an drei Merkmalen unterscheiden: Größe, Körperform und befallenes Lebensmittel. Ein Rüssel weist auf Korn- oder Reiskäfer hin, eine walzenförmige Gestalt unter 4 Millimetern auf den Brotkäfer, ein Tier über 12 Millimetern auf den Mehlkäfer. Motten trennt die Flügelzeichnung: zweifarbig kupfern bei der Dörrobstmotte, bleigrau mit Querlinien bei der Mehlmotte. Nach der Bestimmung folgt die Herdsuche im ganzen Schrank.
Vier Käferarten dominieren: der Brotkäfer mit 2 bis 3,5 Millimetern, der Kornkäfer mit 3 bis 5 Millimetern und deutlichem Rüssel, der Reiskäfer mit vier hellen Flecken auf den Flügeldecken und der Mehlkäfer mit 12 bis 18 Millimetern.
Der Brotkäfer (Stegobium paniceum) ist rotbraun, walzenförmig und fein behaart. Sein Nahrungsspektrum ist das breiteste aller Vorratsschädlinge: Backwaren, Mehl, Gewürze, Tee, Trockensuppen, Tierfutter, Medikamente und sogar Buchbindeleim. Seine Larve bohrt sich durch Karton, Papier und dünne Kunststofffolie, weshalb ungeöffnete Packungen keinen Schutz bieten.
Der Kornkäfer (Sitophilus granarius) ist dunkelbraun bis schwarz und trägt einen langen, nach unten gebogenen Rüssel. Er ist flugunfähig. Das Weibchen nagt ein Loch ins einzelne Korn, legt ein Ei hinein und verschließt es wieder, weshalb die Entwicklung vollständig verborgen abläuft. Sichtbar wird der Befall über Ausschlupflöcher, warme Stellen im Getreide und Körner, die in Wasser aufschwimmen.
Der Reiskäfer (Sitophilus oryzae) gleicht dem Kornkäfer, bleibt mit 2,5 bis 3,5 Millimetern kleiner und trägt vier rötliche Flecken auf den Flügeldecken. Er fliegt und befällt Reis, Mais und Teigwaren. Der Mehlkäfer (Tenebrio molitor) fällt durch seine Größe auf: 12 bis 18 Millimeter, schwarzbraun, mit der gelbbraunen Larve, die als Mehlwurm bekannt ist und feuchtes Mehl braucht.
Nicht jeder Käfer im Haushalt ist ein Vorratsschädling. Speckkäfer leben von tierischem Eiweiß und stammen meist aus einem Vogelnest oder Tierfutter, Teppichkäfer fressen Keratin in Wolle und Federn, Papierfischchen leben von Papier und Buchleim, Holzwürmer entwickeln sich in Balken und Möbeln. Der Brotkäfer gehört zur selben Käferfamilie wie der Gemeine Nagekäfer und hinterlässt ähnlich runde Ausbohrlöcher, allerdings in Verpackungen statt in Holz.
Die Dörrobstmotte hat 14 bis 20 Millimeter Spannweite und zweifarbige Vorderflügel: innen hellgrau, im äußeren Zweidrittel rotbraun bis kupferfarben. Die Mehlmotte erreicht 20 bis 25 Millimeter und ist einheitlich bleigrau mit dunklen Querlinien.
Die Flügelzeichnung trennt beide Arten sofort. Bei der Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) verläuft eine scharfe Grenze quer über den Flügel, davor hell, dahinter kupferrot. Bei der Mehlmotte (Ephestia kuehniella) fehlt dieser Kontrast; ihre bleigrauen Flügel zeigen stattdessen dunkle Zickzacklinien.
Die Larven verhalten sich unterschiedlich. Dörrobstmottenlarven verlassen die Nahrung zur Verpuppung, kriechen an Wänden und Decken entlang und verpuppen sich in Zimmerecken, hinter Regalkanten und an Lampen. Genau dort werden sie zuerst entdeckt, weit entfernt vom befallenen Produkt. Mehlmottenlarven bleiben im Material und verspinnen Mehl zu festen Klumpen und Röhren.
Das Nahrungsspektrum überschneidet sich stark. Betroffen sind Trockenfrüchte, Nüsse, Müsli, Schokolade, Getreideprodukte, Reis, Gewürze, Tierfutter und Vogelfutter. Die Mehlmotte tritt zusätzlich in Mühlen und Bäckereien auf, wo ihre Gespinste Rohre, Siebe und Fördereinrichtungen verkleben.
Gespinstfäden sind das gemeinsame Erkennungszeichen. Feine, klebrige Fäden zwischen Nudeln, im Mehl, an Packungsrändern und in Schrankfugen belegen einen Mottenbefall. Kotkrümel und verklumpte Nahrung ergänzen das Bild. Pheromonfallen mit artspezifischem Sexuallockstoff fangen die Männchen und dienen der Eingrenzung, nicht der Bekämpfung.
Der Schrank wird vollständig ausgeräumt und jede Packung einzeln geprüft, auch ungeöffnete. Kontrolliert werden zusätzlich Tierfutter, Vogelfutter, Nüsse, Gewürze und Dekomaterial. Der Herd liegt fast immer in einer Packung, an die niemand gedacht hat.
Ungeöffnete Packungen sind kein Ausschlusskriterium. Brotkäferlarven und Mottenlarven durchdringen Karton, Papier und dünne Folie. Geprüft wird jede Packung gegen das Licht, auf Gespinstfäden an den Falzen, auf feines Bohrmehl an der Naht und auf kleine runde Löcher in der Verpackung.
Die vergessenen Produkte liefern den Befund. Kontrolliert werden Backmischungen, Grieß, Leinsamen, Gewürzmischungen, Tee, Nüsse, Trockenobst, Tiertrockenfutter, Vogelfutter und Sämereien. Dazu kommt Dekomaterial: Trockenblumen, Zierkürbisse, Kastanien und Bastelmaterial aus Getreide.
Der Schrank selbst gehört zum Suchbereich. Larven verpuppen sich in Bohrlöchern der Möbelverbinder, unter Regalböden, in Türfalzen, hinter Kantenumleimern und an Deckenübergängen. Diese Stellen werden mit Taschenlampe abgesucht, weil dort Puppen und Gespinste sitzen, während die Nahrungsquelle bereits entsorgt ist.
Pheromonfallen grenzen den Bereich ein. Eine Falle je Raum, an derselben Stelle über sechs Wochen ausgewertet, zeigt über die Fangzahlen, in welchem Raum der Schwerpunkt liegt. Für Dörrobstmotte und Mehlmotte gibt es artspezifische Lockstoffe, für Vorratskäfer arbeiten Fallen mit Aggregationspheromonen und Nahrungslockstoffen.
Zwei Fundorte werden bei der Herdsuche am häufigsten übersehen. Der erste ist das Tierfutter: Ein offener Sack Hundetrockenfutter, Vogelfutter am Balkon oder Fischfutter im Regal ernährt eine Population monatelang, ohne dass jemand darin sucht. Der zweite ist der Dekobereich: Zierkürbisse, Trockenblumen, Kastanien und Getreidegestecke stehen ganzjährig im Raum und werden nie kontrolliert. Wer nach einer gründlichen Schranksanierung nach vier Wochen wieder Motten sieht, findet den Herd fast immer an einer dieser beiden Stellen.






Eier, Larven und Puppen sitzen außerhalb der Packung: in Schrankfugen, Bohrlöchern, unter Regalböden und an Deckenkanten. Diese Stadien überdauern Wochen ohne Nahrung, weshalb der Befall nach dem Entsorgen aus der Restpopulation neu startet.
Die Larven wandern, bevor sie sich verpuppen. Dörrobstmottenlarven legen mehrere Meter zurück und verlassen den Schrank, auch Brotkäferlarven suchen zur Verpuppung Ritzen auf. Zum Zeitpunkt des Wegwerfens sitzt deshalb ein erheblicher Teil der Population im Möbel und nicht mehr im Lebensmittel.
Die Sanierung folgt nach dem Entsorgen. Der Schrank wird vollständig geleert, Regalböden werden herausgenommen, alle Fugen, Bohrlöcher, Falze und Kanten mit der Fugendüse abgesaugt, danach wird mit heißem Wasser ausgewischt. Der Staubsaugerbeutel gehört sofort in den Restmüll außerhalb der Wohnung.
Hitze erreicht die Ritzen. Ein Heißluftföhn, langsam über Fugen, Bohrlöcher und Kantenspalten geführt, tötet dort verbliebene Eier und Puppen. Bohrlöcher der Möbelverbinder werden anschließend verschlossen, weil sie der bevorzugte Verpuppungsort sind.
Die Kontrolle läuft über sechs bis acht Wochen. Pheromonfallen bleiben an derselben Stelle liegen und werden wöchentlich abgelesen. Erst wenn über vier aufeinanderfolgende Wochen kein Fang mehr erfolgt, gilt der Befall als beendet. Neue Fänge nach vier Wochen weisen auf einen zweiten, noch unentdeckten Herd hin.
Trockenvorräte gehören in dicht schließende Behälter aus Glas, Metall oder dickwandigem Kunststoff mit Dichtung. Karton, Papiertüten und dünne Folienbeutel bieten keinen Schutz. Risikoware wird vor dem Einlagern vier Tage bei minus 18 Grad Celsius behandelt.
Der Behälter entscheidet über den Schutz. Wirksam sind Schraubgläser, Metalldosen mit Dichtring und dickwandige Kunststoffboxen mit umlaufender Dichtung. Unwirksam sind Originalkartons, Papiertüten, Klipverschlüsse und dünne Folienbeutel, weil Brotkäferlarven und Mottenlarven sie durchdringen.
Die Behandlung neuer Ware unterbricht die Einschleppung. Der häufigste Eintragsweg führt über den Einkauf, weil ein Teil der Ware das Lager bereits befallen verlässt. Nüsse, Trockenfrüchte, Mehl, Müsli, Vogelfutter und Tiertrockenfutter kommen deshalb vier Tage bei minus 18 Grad Celsius in die Tiefkühltruhe, bevor sie ins Regal wandern.
Kleine Mengen und Rotation senken das Risiko. Vorräte werden nach Einkaufsdatum geordnet und in der Reihenfolge des Zugangs verbraucht, angebrochene Packungen zuerst. Ein Lagerraum unter 20 Grad Celsius verlangsamt die Entwicklung aller genannten Arten deutlich, weil ihr Optimum bei 25 bis 30 Grad Celsius liegt.
Der Schrank bleibt sauber und trocken. Mehlreste in Fugen und Krümel unter Regalböden ernähren eine Restpopulation über Monate. Eine Kontrolle alle drei Monate deckt einen beginnenden Befall auf, solange er sich auf eine Packung beschränkt.
Lebensmittelbetriebe handeln ab dem ersten Befund. Die EU-Lebensmittelhygieneverordnung verlangt Verfahren nach den HACCP-Grundsätzen und ausreichende Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung. Erforderlich sind ein Monitoringplan, dokumentierte Kontrollen und nachweisbare Maßnahmen.
HACCP steht für Hazard Analysis and Critical Control Points, ein System zur Gefahrenanalyse und Beherrschung kritischer Lenkungspunkte im Betriebsablauf. Nach der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene richten Lebensmittelunternehmer solche Verfahren ein; der Anhang zur Verordnung fordert ausreichende Vorkehrungen zur Bekämpfung von Schädlingen.
Der Nachweis läuft über Dokumentation. Dazu gehören ein Lageplan mit nummerierten Fallenpositionen, Befundprotokolle je Kontrolle, die Beschreibung der ergriffenen Maßnahmen, Nachkontrollen und die Zulassungsnachweise der eingesetzten Produkte. Diese Unterlagen werden bei Kontrollen der Lebensmittelaufsicht vorgelegt.
Betroffen sind mehr Betriebe als erwartet. Neben Bäckereien, Mühlen, Küchen und Lebensmittelhandel zählen Kantinen, Hotels, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen und Futtermittellager dazu. In Wien führt das Marktamt die Lebensmittelaufsicht und kontrolliert Hygiene und Schädlingsfreiheit vor Ort.
Die Vermittlung an einen befugten Fachbetrieb läuft über das Anfrageformular oder telefonisch unter 01 442 00 86. Hilfreich sind Angaben zu Bezirk, Betriebsart, betroffenen Produkten und bisherigen Maßnahmen. Der Betrieb erstellt den Monitoringplan, führt die Bekämpfung durch und liefert die Dokumentation; der Aufwand wird nach der Befundaufnahme festgelegt.
Ein Schädlingsbefund in einem Lebensmittelbetrieb ist kein interner Vorgang. Betroffene Ware wird gesperrt und aus dem Verkehr genommen, der Befall dokumentiert und die Ursache abgestellt. Bekämpfungsmaßnahmen in Lebensmittelbereichen sind nur mit dafür zugelassenen Produkten und unter Einhaltung der Anwendungsauflagen erlaubt. Fehlt die Dokumentation, wird sie bei einer Kontrolle als Mangel gewertet, unabhängig davon, ob noch lebende Tiere vorhanden sind.

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Die Bestimmung der Art wird beim Vorratsbefall überschätzt, die Herdsuche unterschätzt. Ob Brotkäfer oder Reiskäfer im Mehl sitzt, ändert am Vorgehen wenig: ausräumen, prüfen, entsorgen, aussaugen, Ritzen behandeln, dicht lagern, sechs Wochen kontrollieren. Den Unterschied zwischen erledigt und wiederkehrend macht die Vollständigkeit der Suche. In der Praxis scheitert sie an drei Stellen: an ungeöffneten Packungen, die für sicher gehalten werden, am Tierfutter, das nicht als Lebensmittel gilt, und an Dekomaterial aus Getreide und Trockenblumen. Der zweite Punkt betrifft die Verpackung: Klipverschluss und Originalkarton sind die häufigste Ursache für einen zweiten Befall nach erfolgreicher Sanierung.
Sie brauchen Hilfe? Über das Anfrageformular weiter unten melden Sie Ihr Anliegen in sieben kurzen Schritten, danach meldet sich ein befugter Fachbetrieb aus Ihrer Umgebung.
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Käfer und Motten in Vorräten übertragen keine Krankheiten direkt auf den Menschen. Befallene Lebensmittel enthalten jedoch Kot, Häutungsreste, Gespinste und tote Tiere und gehören entsorgt. Bei starkem Befall entstehen Schimmel und Milben im feucht gewordenen Material, was Allergien und Atemwegsreizungen auslöst.
Sieben entfernt Larven und Klumpen, nicht aber Eier, Kot und Gespinstreste. Befallenes Mehl und befallene Trockenprodukte gehören in den Restmüll, verpackt in einem verschlossenen Beutel. Der Biomüll eignet sich nicht, weil die Tiere von dort in die Wohnung zurückwandern.
Der häufigste Eintragsweg führt über den Einkauf: Ein Teil der Ware ist bereits im Handel oder beim Hersteller befallen. Ein zweiter Weg führt über Tierfutter, ein dritter über Dekomaterial aus Getreide und Trockenblumen. Sauberkeit verhindert die Vermehrung, nicht den Eintrag.
Schlupfwespen der Gattung Trichogramma parasitieren Motteneier und werden in Karten mit mehreren Freilassungen im Abstand von zwei bis drei Wochen eingesetzt. Sie wirken gegen Dörrobstmotte und Mehlmotte, nicht gegen Vorratskäfer. Ohne Herdsuche und dichte Lagerung bleibt der Erfolg begrenzt.
Nach vollständiger Herdentfernung und Schranksanierung liegt das Ergebnis nach sechs bis acht Wochen vor. Diese Zeit entspricht einem Entwicklungszyklus bei Raumtemperatur. Bleiben Pheromonfallen über vier aufeinanderfolgende Wochen leer, ist der Befall beendet.
Stand der Recherche: Juli 2026. Diese Darstellung ersetzt keine Rechtsberatung.
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